Das Schöne am Beruf des Schriftstellers

Das Schöne an dem Beruf des Schriftstellers ist, dass es unfassbar ist. Von außen wird viel „hineingeheimnist“, intern erlebt jeder und jede etwas anderes als „schön“. 

 In dem „Beruf“ zu sein, heißt, man/frau ist immer Berufsanfänger*in, nie wirklich „fertig“ – auch dann nicht, wenn man bereits „Profi“ ist. Das ist schön als Herausforderung. Ob es „schön“ an dem Beruf ist, kommt auf den Typ an, der sich diesen Herausforderungen gegenüber sieht. 

Natürlich gibt es jene, die das Bewährte als „Mühle“ drehen und sich dem Anfängertum entheben. Aber auch sie spitzen die Ohren, wo noch ein neuer Aspekt zur Würze, als Abwandlung/Abwechslung oder zugunsten der Weiterentwicklung zu erhaschen und auszuformulieren sei. 

 Oft werden Schriftsteller*innen „verkannt“, weil sie einen Brotberuf brauchen, der im Vordergrund steht. Umso schöner dann das Erwachen jener Rezipient*innen, die daran erinnert werden, dass Franz Kafka, Johann Wolfgang von Goethe, Gottfried Benn, Max Frisch u. v. a. ihr Geld auch mit anderen Berufen verdient haben und Schiller den Druck seiner „Räuber“ erst mal selbst finanzierte. 

 Eine Schriftstellerin, ein Schriftsteller „überrascht“ – nicht nur dann, wenn hinter der freundlichen Verkäuferin in der Bäckerei eine Krimi-Autorin mit aufregenden Ideen steckt, sondern auch von den Inhalten her. Ohne Überraschendes funktioniert Schriftstellerei nicht. Überraschen und verkannt – diese beiden Wahrnehmungskomponenten sind verschwägert, haben miteinander zu tun, ähneln dem Salz in der Suppe.

* + * + * + *    Die Frage nach dem „Schönen“ am Beruf des Schriftstellers hatte 2018 der Autorenhaus Verlag gestellt. Meine Antwort floss spontan in einer Mai-Nacht in die Tasten. Überrascht wurde ich von der Belohnung, die zwischen zwei Buchdeckeln quirlig Mut macht zum „Sprung ins weiße Blatt“. Die Autorin Cornelia Jönsson lädt ein zu „der Kunst, Romane zu schreiben und trotzdem das Leben zu genießen“. – Wohlan …  >> weiteres zur Schreibkunst im Blog